Revidieren

Vorsicht ist besser als Nachsicht, weiß schon der Volksmund, aber wenn das Ergebnis erstmal vorliegt, kann man es genau so gut näher betrachten, seine Schlüsse daraus ziehen und die ersten Erkenntnisse und Ideen in Frage stellen, diesen Vorgang bezeichnet man als „revidieren“.

Revidieren – Das Gegenstück zu Antizipieren

Das Revidieren ist genau so wichtig wie das Antizipieren. Zwar hilft es natürlich immens, etwaige Vorkommnisse und Ausgänge vorherzusagen, sie zu antizipieren, aber wer aus den tatsächlichen Ergebnissen keine Schlüsse zieht, und sich nicht im Revidieren übt, macht seine Vorteile zunichte.

Das Revidieren bildet damit den Abschluss in einer Kette von Handlungen. Spielt man zum Beispiel Fußball, steht vor dem Gegenspieler und versucht nun, an ihm vorbeizukommen. So wird der erfahrene Spieler versuchen, die Bewegungen des Gegners zu antizipieren, er könnte rechts antäuschen, in der Hoffnung, der Gegner macht einen Schritt in diese Richtung, nur um dann links vorbeizugehen. Wenn dieser Ablauf einmal erfolgt ist, aber der Gegner ist nicht auf die Finte hereingefallen, so kann ein guter Spieler Schlüsse aus diesem Verlauf ziehen, seine erste Entscheidung in Frage stellen, und, sollte der Fall noch einmal eintreten, sein Verhalten anpassen: Er täuscht vermeintlich wieder rechts an, geht dann aber auch tatsächlich nach rechts, und ist am Gegenspieler vorbei. Das Revidieren hat hier den entscheidenden Vorteil gebracht.

Revidieren in verschiedenen Tätigkeitsfeldern

Im Büchereiwesen nennt man die Inventur Revision.

Im Büchereiwesen nennt man die Inventur Revision.

Das Wort Revidieren und seine Substantivierung, die Revision, finden sich in zahlreichen Geschäftsfelder. Oft handelt es sich dabei um eine Prüfung durch dritte Personen, manche davon heißen sogar Revisoren.

Im Rechtswesen nennt man das Berufunsgericht auch Revisionsgericht, es hat die Möglichkeit Urteile vorhergehender Gerichte aufzuheben.
Eine Revision in der Medizin hingegen, bedeutet lediglich eine erneute Behandlung. Im technischen Bereich, etwa bei den Uhrmachern, hat das Wort eine ähnliche Bedeutung, ein Uhrmacher schaut sich bei einer Revision die Uhr erneut an.
Im Verlagswesen bezeichnet das Revidieren eine erneute Kontrollprüfung, also eine Korrekturlesung. Im Bücherei-Wesen hingegen nennt man die Inventur auch Revision. Der Buchbestand wird auf seine Richtigkeit und Vollzähligkeit überprüft.

Es gilt, die richtigen Schlüsse zu ziehen

In all diesen Fällen bleibt die grundlegende Bedeutung einer Revision aber gleich, es ist eine Tätigkeit, die am Ende eines Prozesses stattfindet, um diesen Prozess auf seine Richtigkeit zu untersuchen und gegebenenfalls Änderungen an ihm vorzunehmen, um ihn zu optimieren oder zu berichtigen.

Dabei kann sich die Revision auf vorliegende Erfahrungswerte stützen, die zum Zeitpunkt einer Antizipation noch gar nicht vorliegen konnte.

Daher gilt, dass sowohl eine Antizipation als auch eine Revision zu den wichtigen Maßnahmen bei jeder Art von Prozess gehören.

So gibt es bei Seminaren, Sitzungen oder anderen Formen einer strukturierten Zusammenarbeit immer eine Phase der Nachbesprechung, in der die Teilnehmer sich äußern können, was am Prozess, ihrer Meinung nach, nun gut und was schlecht war, um den Veranstaltern oder Organisatoren die Möglichkeit zu geben, ihre Vorgehensweise für die nächste Gruppe zu perfektionieren. Auch hier liegt eine Form von Revidieren vor.

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